Artikel Sein Ausgabe Juni 2014 | Aerial Yoga Berlin

Artikel Sein Ausgabe Juni 2014

Der Reiz der Schwerelosigkeit

Warum Asanas im Tuch uns besonders glücklich machen

Über dem Boden schweben, das Gefühl von Leichtigkeit und Freiheit genießen, einfach hin und her schaukeln. Egal ob in München, Hamburg oder Berlin: Yoga im Tuch wird in Deutschland immer populärer. Björn Heucke von Aerial Yoga Berlin findet, dass noch mehr Studios AerialYoga ins Programm nehmen sollten und erklärt warum.

Seit Urgedenken liebt es der Mensch zu schaukeln und zu baumeln. Schon im antiken Athen zelebrierte man Aiora, das Schaukelfest. Zu Ehren der Göttin Erigone und ihres Vaters Ikarios wurden junge Mädchen oder auch Puppen auf in Bäume hängende Schaukeln gesetzt, hin und her geschwungen und dabei ein Lied gesungen. Wir wiegen unsere Kinder in den Schlaf, später schaukeln sie auf Spielplätzen. Im Alter entdecken wir das sanfte Wiegen von Liegestühlen.

Schaukeln und Wiegen – das sind auch zwei wichtige Elemente von AerialYoga. Man hängt oder sitzt wie in einer Schaukel in einem trapezförmigen Lycra-Tuch, das von der Decke baumelt. Tuch-Yoga kombiniert das klassische indische Hatha Yoga mit einem der modernsten und vielfältigsten Suspension Sportgeräte überhaupt. Die Dritte Dimension wird ergänzt und die Richtung der Schwerkraft umgekehrt. Anders als beim Yoga auf der Matte ziehen und drücken wir unseren Körper nicht in die Dehnungen, sondern arbeiten mit unserem eigenen Körpergewicht und können uns dosiert in die Asanas ‚hineinhängen’.

Sich dem Tuch hingeben

Am Anfang kostet das Yogieren im Tuch etwas Überwindung: Hält das Tuch mein Gewicht? Was passiert, wenn ich aus dem Tuch rausfalle? Die Übungen sind noch ein wenig wackelig, aber bald merkt man: Das Tuch trägt einen, man kann loslassen und sich dem Material und der eigenen Yoga-Praxis hingeben.

Vertrauen spielt beim Yoga im Tuch eine wichtige Rolle. Wir lernen, Kontrolle abzugeben und mit einem neuen, erst einmal unberechenbaren Element zu spielen. Dazu lädt das Tuch uns ein: Wir können wieder Kind sein, spielen, erforschen, ausprobieren. Wir ermuntern unsere Schüler in unseren Stunden dazu, das Tuch als ihren Freund, als ihren Partner zu betrachten. Es trägt uns, es umhüllt uns, es hilft uns bei Stellungen, die auf der Matte für ungeübte Yogis oft eine große Herausforderung sind.

Man kann es um die Hüfte wickeln, sich hineinlegen oder nur mit den Beinen daran festklammern und kopfüber herunterhängen. Wir arbeiten seit fast fünf Jahren mit dem Tuch und entdecken immer wieder neue Tricks und Techniken. Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt! Das Tuch unterstützt vor allem Rückbeugen und hüftöffnende Asanas sehr effektiv. So können auch Anfänger Positionen einnehmen, die sonst nur gut gedehnten und trainierten Sportlern vorbehalten sind. Gleichzeitig können “Profis” ihr Repertoire um Übungen wie “Hängende Sit-Ups” oder gepresste Handstände erweitern, welche sonst eher Zirkusakrobaten vorbehalten sind. Übungen wie die Taube im Tuch wirken enorm weitend und befreiend.

Yoga im Tuch: Für wen?

Grundsätzlich ist das Training im Tuch für jeden geeignet. Auch für Menschen, die noch keine Yogaerfahrung haben. Alle Übungen haben verschiedene Schwierigkeitsgrade, die nach Bedarf angepasst werden können. AerialYoga ist aber auch ein intensives Training für den Körper. Deshalb sollten Menschen mit akuten Rückenbeschwerden, Schwangere, Menschen mit Herzkrankheiten und Kreislaufbeschwerden, erhöhten Augeninnendruck oder stark übergewichtige Menschen von Aerial Yoga erst einmal absehen. Bei sonstigen gesundheitlichen Bedenken empfiehlt sich die Rücksprache mit dem Arzt.

AerialYoga in Deinem Studio!

Du möchtest selber Tücher in Deinem Studio aufhängen und Aerial Yoga anbieten? Nur Mut! Der Schritt lohnt sich. Sind die Tücher erst einmal installiert, können sie für jedes Studio ein großer Gewinn sein. Oftmals gelten sie als starkes Alleinstellungsmerkmal, da es noch nicht viele mit Tüchern ausgestattete Studios in Deutschland gibt. Nebst dem AerialYoga können die Tücher auch für eine Reihe anderer Kurse benutzt werden: Immer populärer wird das Suspension Training in Gruppen oder als Personal Training.

Der Raum sollte mindestens eine Höhe von 2,5 Metern haben. Richtig komfortabel wird es ab einer Deckenhöhe von drei Metern. Die Tücher lassen sich problemlos an Betondecken hängen. Trägerdecken brauchen oft zusätzliche Beschläge. Bei Giebelkonstruktionen ist es meist ratsam einen Statiker hinzuzuziehen. Dieser entscheidet individuell, ob die Decke mit Hilfe eines Zimmermanns verstärkt werden sollte. Bauliche Maßnahmen an der Studiodecke sollten nicht gescheut werden. Die Kosten lassen sich je nach Räumlichkeiten schon grob in einem Telefongespräch schätzen. Wir beraten Dich gerne!

Yoga im Tuch macht glücklich, entspannt, richtet auf und belebt unseren kindlichen Spieltrieb wieder neu. AerialYoga hat viele positive Auswirkungen auf den Menschen. Und das ist auch der Grund, warum wir uns wünschen, dass dieser Trend nicht nur ein Trend bleibt, sondern noch weiter in den Yoga- und Sportstudios Deutschlands verbreitet.

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